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Siegens Martial-Hearts-Festival

Internationale Kampfkunst für den guten Zweck

Leonie Schipper – Siegener Zeitung

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Maximilian Schlechtinger (in Schwarz) hat das Siegener Martial-Arts-Festival ins Leben gerufen und leitet die Taekwon-Do-Schule in Siegen-Weidenau. Mit dem Kampfsport begann er bereits im Alter von sechs Jahren.

Beim Martial-Hearts-Festival in Siegen und Niederfischbach können Besucherinnen und Besucher die Welt der Kampfkünste entdecken. Statt Härte stellt der Organisator der Taekwon-Do-Schule in Weidenau Gemeinschaft, Respekt und Verantwortung in den Mittelpunkt. Deswegen werden die Einnahmen auch gespendet.

Siegen. Ob Aikido, Taiji-Quan oder Jiu-Jitsu – beim sogenannten Martial-Hearts-Festival in Siegen dreht sich alles um verschiedene Kampfsportarten. Bereits zum dritten Mal öffnet die Taekwon-Do-Schule in Siegen-Weidenau in Kooperation mit dem Taekwon-Do-Center Niederfischbach ihre Türen – in diesem Jahr von Donnerstag, 26. Februar, bis Sonntag, 1. März.

Organisator Maximilian Schlechtinger will Begegnungen zwischen verschiedenen Disziplinen schaffen – und Neulinge für die Welt der traditionellen Kampfkünste begeistern. Auch der gute Zweck spielt eine zentrale Rolle. Denn sämtliche Einnahmen aus dem Ticketverkauf, die nicht zur Deckung der Veranstaltungskosten benötigt werden, sollen in diesem Jahr der Ärztlichen Beratungsstelle der DRK-Kinderklinik zugutekommen.

 

Kampfkunst in Siegen – mehr als Käfig und Klischee

„Der Gedanke, sich zu stärken, um Verantwortung für andere zu übernehmen, knüpft an ein zentrales Prinzip vieler Kampfkünste an“, erklärt Schlechtinger. Es gehe um Disziplin, Respekt und darum, „aufeinander Acht zu geben“ – im Gegensatz zu gängigen Vorstellungen, die Kampfsport noch immer auf Härte und Gewalt reduzierten.

Der Titel der Veranstaltung ist somit bewusst gewählt. „Martial Hearts“ spiele mit dem englischen Begriff „Martial Arts“, der für verschiedene Kampfkünste stehe. Vielen ist er vor allem durch Mixed Martial Arts (MMA) bekannt – eine Wettkampfform, die oft mit harten Duellen im Käfig assoziiert wird.​​

Der weiße Anzug zeigt, dass hier alle gleichwertig sind – unabhängig von sozialem Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft.

Maximilian Schlechtinger

Gründer des Festivals und Leiter der Kampfkunst-Schule Weidenau

Mit diesem einseitigen Bild will Schlechtinger als Leiter der Weidenauer Taekwon-Do-Schule brechen. „Wir haben hier nur mit Menschen zu tun, die etwas mit Herz und Verstand machen“, betont der 32-Jährige. Kampfkunst bedeute eben nicht, Techniken für die Straße zu erlernen, sondern an sich selbst zu arbeiten und sich für andere einzusetzen – im Kleinen wie im Großen.

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Nach seiner Schwarzgurt-Prüfung erhielt Maximilian Schlechtinger die Berechtigung, Schüler zu unterrichten, und setzte diese direkt für das Training der Kinder- und Teenagergruppen im Taekwon‑Do Center Niederfischbach ein – der Schule, die sein Vater 1991 gegründet hat und noch immer leitet. Quelle: privat

Selbst trainiere Schlechtinger am liebsten Taekwon-Do – in der traditionellen Form, die bewusst Körperkontakt vermeidet. „Diese habe ich von meinem Großmeister, Kwon Jae-hwa, gelernt“, erklärt der Kampfsport-Enthusiast. Dabei geht es nicht in erster Linie um Wettkampf oder körperliche Stärke, sondern um eine Art der sogenannten Zen-Kunst der Selbstverteidigung: „Zen” steht hier für Achtsamkeit, innere Ruhe und bewusste Konzentration.

 

Wellness inklusive: Eisbaden und Sauna in Niederfischbach

Wer einmal in die Philosophien der Kampfkünste hineinschnuppern möchte, bekommt beim Martial-Hearts-Festival die Gelegenheit dazu. Von Donnerstag bis Sonntag hat Schlechtinger ein buntes Programm erstellt, das zum einen in seiner Taekwon-Do-Schule (Barbarweg 20, 57076 Siegen-Weidenau), zum anderen in Niederfischbach (Konrad-Adenauer-Str. 66) stattfindet. Ein Tagesticket liegt bei 25 Euro. „Aber Zuschauer müssen natürlich nichts zahlen“, bemerkt der Trainer.

Ein besonderes Highlight am Samstagabend: Sauna und eine frische Abkühlung. „Die Sauna haben wir uns vor ein paar Jahren mal gegönnt und in Niederfischbach einbauen lassen“, erzählt Schlechtinger. Der Bachlauf neben dem Gebäude werde nach dem ein oder anderen Training und Mini-Wellnessprogramm traditionell als Eisbad genutzt – wie auch beim Festival.

 

Tradition trifft Vielfalt: Gleichwertigkeit auf der Matte

Mit knapp über 50 Mitgliedern in Siegen und rund 100 in Niederfischbach, Menschen jeden Alters und Geschlechts, seien Kampfsportarten in der Region vielleicht beliebter, als Außenstehende vermuten würden. Trotzdem bezeichnet Schlechtinger sie als ein „totales Nischending“.

Gleichzeitig schätzt Schlechtinger die Vielfalt seiner Mitglieder: In Siegen trainieren Menschen aus der Ukraine und Russland, Syrien, der Türkei, Bosnien, Korea, Vietnam und Deutschland Seite an Seite. „Der weiße Anzug zeigt, dass hier alle gleichwertig sind – unabhängig von sozialem Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft“, erklärt er.

SZ

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